Der Übergang von Milch zu fester Nahrung ist für Babys ein wichtiger Entwicklungsschritt. Eltern fragen sich häufig, wann Gemüse, Obst, Getreide, Fleisch, Fisch, Ei, Milchprodukte oder Allergene eingeführt werden können. Ein Beikostplan kann dabei eine hilfreiche Orientierung geben.
Wichtig ist allerdings: Nicht jedes Baby entwickelt sich im gleichen Tempo. Die Einführung der Beikost sollte sich deshalb nicht ausschließlich am Kalenderalter orientieren, sondern auch an der individuellen Entwicklung und den Beikostreifezeichen.
Beikost Tabelle nach Alter
| Alter | Geeignete Lebensmittel | Entwicklung des Speiseplans |
|---|---|---|
| 0–4 Monate | Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung | Ausschließliche Milchernährung |
| 5. Monat | Gemüse, Kartoffeln, Fleisch oder Fisch | Beikost kann je nach Empfehlung und Reife beginnen |
| 6. Monat | Gemüse, Kartoffeln, Fleisch/Fisch, Getreide, Obst | Erste vollständige Breimahlzeit, Milch bleibt wichtig |
| 7. Monat | Milch-Getreide-Brei, Getreide, Obst, Gemüse, Fleisch/Fisch | Zweite Breimahlzeit kann eingeführt werden |
| 8. Monat | Getreide, Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Ei | Weitere Lebensmittel und unterschiedliche Konsistenzen |
| 9. Monat | Familienkost in geeigneter Form, Brot, Gemüse, Obst, Getreide | Übergang zu gröberen und stückigeren Lebensmitteln |
| 10. Monat | Familienkost, Gemüse, Obst, Getreide, Fleisch/Fisch, Milchprodukte | Zunehmend normale Familienmahlzeiten |
| 11. Monat | Vielfältige Familienkost | Selbstständiges Essen fördern |
| 12. Monat | Familienkost | Übergang zur normalen Familienernährung |
Die Tabelle stellt eine praktische Orientierung dar. Nach den Empfehlungen von „Gesund ins Leben“ kann mit Beikost frühestens mit Beginn des fünften und spätestens mit Beginn des siebten Lebensmonats begonnen werden. Entscheidend sind zusätzlich die Entwicklungszeichen des Kindes.
Wann sollte man mit Beikost beginnen?
Beim Zeitpunkt des Beikoststarts gibt es 2026 eine besondere Situation: Eine neue S3-Leitlinie zur Stilldauer empfiehlt sechs Monate ausschließliches Stillen und den Beginn der Beikost ab dem siebten Lebensmonat. Gleichzeitig verweisen andere deutsche Fachgremien weiterhin auf das bisherige Zeitfenster zwischen Beginn des fünften und Beginn des siebten Lebensmonats.
Für Eltern bedeutet das vor allem: Es gibt keinen Grund, ein gesundes, gut gedeihendes Baby ausschließlich nach einem bestimmten Stichtag zu ernähren. Die individuelle Entwicklung des Kindes sollte gemeinsam mit Hebamme, Kinderarzt oder Kinderärztin berücksichtigt werden.
Typische Beikostreifezeichen sind beispielsweise:
- Das Baby kann mit Unterstützung aufrecht sitzen.
- Es kann den Kopf sicher halten.
- Es interessiert sich für Lebensmittel.
- Es öffnet den Mund, wenn Nahrung angeboten wird.
- Der Zungenstoßreflex ist deutlich schwächer geworden.
- Das Baby kann Nahrung zunehmend im Mund bewegen und schlucken.
5. bis 6. Monat: Mit Gemüse beginnen
Für viele Familien beginnt die Beikost mit einem Gemüsebrei. Geeignet sind beispielsweise:
- Karotte
- Kürbis
- Pastinake
- Zucchini
- Brokkoli
- Blumenkohl
- Süßkartoffel
Zunächst reichen kleine Mengen. Das Baby muss keine komplette Mahlzeit essen. Es geht zunächst darum, neue Geschmäcker, Konsistenzen und das Essen mit dem Löffel kennenzulernen.
Nach und nach können Kartoffeln und eine Eisenquelle ergänzt werden. Traditionell wird in Deutschland als erste vollständige Beikostmahlzeit ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei empfohlen. Alternativ kann Fisch verwendet werden.
6. Monat: Kartoffeln, Fleisch und Fisch
Fleisch und Fisch spielen in der Beikost insbesondere wegen ihrer Nährstoffzusammensetzung eine Rolle. Eisen wird im zweiten Lebenshalbjahr besonders wichtig, da die körpereigenen Eisenspeicher des Babys nach mehreren Monaten zunehmend erschöpft sind.
Das Bundeszentrum für Ernährung nennt Fleisch, Fisch sowie eisenreiche Getreideflocken wie Hafer oder Hirse als mögliche Eisenquellen.
Eine abwechslungsreiche Auswahl kann beispielsweise so aussehen:
| Lebensmittelgruppe | Beispiele |
|---|---|
| Gemüse | Karotte, Kürbis, Brokkoli, Zucchini |
| Kartoffeln | Kartoffel, Süßkartoffel |
| Fleisch | Rind, Geflügel |
| Fisch | Lachs und andere geeignete Fischarten |
| Getreide | Hafer, Hirse |
| Fett | Rapsöl |
| Obst | Apfel, Birne, Banane |
Es muss nicht jeden Tag exakt dasselbe Menü geben. Abwechslung ist ausdrücklich sinnvoll.
6. bis 7. Monat: Getreide und Milch-Getreide-Brei
Wenn die erste Beikostmahlzeit etabliert ist, kann eine weitere Mahlzeit hinzukommen. Traditionell wird in Deutschland anschließend häufig ein Milch-Getreide-Brei eingeführt.
Geeignete Getreidesorten sind beispielsweise:
- Hafer
- Hirse
- Dinkel
- Weizen
- Vollkorngetreide
Getreide liefert unter anderem Kohlenhydrate und je nach Sorte relevante Mengen an Eisen und weiteren Nährstoffen.
Milch bleibt im gesamten ersten Lebensjahr wichtig. Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung wird deshalb nicht einfach vollständig durch Beikost ersetzt.
7. bis 8. Monat: Obst und Getreide
Als weitere klassische Beikostmahlzeit kommt ein Getreide-Obst-Brei infrage.
Geeignete Obstsorten sind beispielsweise:
- Apfel
- Birne
- Banane
- Pfirsich
- Aprikose
- Beeren in geeigneter Form
Obst muss nicht grundsätzlich püriert werden. Mit zunehmender motorischer Entwicklung können Babys lernen, weichere Lebensmittel selbst zu greifen und zu essen.
Beim sogenannten Baby-led Weaning wird von Anfang an stärker mit geeigneten Fingerfoods gearbeitet. Das BZfE weist darauf hin, dass dafür entsprechende motorische Fähigkeiten zum Greifen, Kauen und Schlucken notwendig sind.
Ab etwa 7. Monat: Ei einführen
Ei gehört zu den Lebensmitteln, die Eltern häufig aus Angst vor Allergien besonders spät anbieten. Ein grundsätzliches langes Verzögern der Einführung allergener Lebensmittel wird jedoch nicht empfohlen.
Bei der Einführung sollte Ei gut durchgegart sein. Rohes Ei und Speisen mit rohem Ei sind für Säuglinge nicht geeignet.
Bei einem erhöhten Allergierisiko sollte die Einführung neuer Lebensmittel mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin besprochen werden. Die aktuellen Empfehlungen zur Allergieprävention betonen, dass allergene Lebensmittel nicht ohne medizinischen Grund übermäßig lange vermieden werden sollten.
Fisch im ersten Lebensjahr
Fisch kann bereits während der Beikost eingeführt werden. In den deutschen Handlungsempfehlungen wird empfohlen, regelmäßig Fisch anzubieten und dabei auch fettreichere Fischarten zu berücksichtigen.
Bei der Auswahl sollte auf geeignete, möglichst schadstoffarme Fischarten geachtet werden. Fisch muss vollständig durchgegart und sorgfältig von Gräten befreit werden.
Milch und Milchprodukte
Milchprodukte können Bestandteil der Beikost sein. Dabei ist zwischen Milch als Zutat in Speisen und Kuhmilch als Getränk zu unterscheiden.
Kuhmilch sollte im ersten Lebensjahr nicht als Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung eingesetzt werden. Kleine Mengen können dagegen im Rahmen geeigneter Breie beziehungsweise Speisen vorgesehen sein.
Pflanzliche Getränke wie Hafer-, Mandel- oder Reisdrinks sind ebenfalls kein gleichwertiger Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung.
Allergene Lebensmittel: Wann einführen?
Zu den häufigsten Nahrungsmittelallergenen gehören unter anderem:
- Hühnerei
- Erdnuss
- Nüsse
- Milch
- Fisch
- Weizen
- Soja
Ein generelles Vermeiden solcher Lebensmittel im ersten Lebensjahr ist nicht sinnvoll. Für die Allergieprävention ist vielmehr eine altersgerechte und sichere Einführung relevant.
Erdnüsse und Nüsse dürfen wegen der Erstickungsgefahr niemals als ganze Nüsse oder grobe Stücke gegeben werden. Geeignete Formen müssen fein vermahlen oder als geeignete Musform angeboten werden.
Bei Babys mit erhöhtem Allergierisiko sollte die Einführung besonders relevanter Allergene vorher ärztlich besprochen werden.
8. bis 10. Monat: Von Brei zu stückiger Nahrung
Mit zunehmendem Alter sollte die Konsistenz der Nahrung schrittweise angepasst werden. Nicht jedes Lebensmittel muss dauerhaft fein püriert werden.
Geeignet können beispielsweise sein:
- weich gekochtes Gemüse
- weiche Kartoffelstücke
- weiche Nudeln
- weiches Brot
- reifes, weiches Obst
- fein zerkleinertes Fleisch
- weich gegarter Fisch
- Haferflocken beziehungsweise geeignete Getreideprodukte
Das Baby kann zunehmend selbst mit den Händen essen. Dadurch werden verschiedene Texturen kennengelernt und die Selbstständigkeit beim Essen gefördert.
9. bis 12. Monat: Familienkost
Im Laufe des zweiten Lebenshalbjahres wird der Speiseplan zunehmend abwechslungsreicher. Gegen Ende des ersten Lebensjahres erfolgt schrittweise der Übergang zur Familienkost. Darauf weist auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hin.
Das bedeutet nicht, dass das Baby sofort exakt dasselbe essen sollte wie die Erwachsenen. Familiengerichte können häufig angepasst werden, indem beispielsweise weniger Salz verwendet und eine geeignete Konsistenz hergestellt wird.
Diese Lebensmittel sollten Babys im ersten Lebensjahr nicht bekommen
Einige Lebensmittel sind für Säuglinge ungeeignet oder sollten nur unter bestimmten Voraussetzungen angeboten werden.
Honig
Honig sollte im ersten Lebensjahr vollständig vermieden werden. Der Grund ist das Risiko für Säuglingsbotulismus.
Ganze Nüsse
Ganze Nüsse und andere harte, runde Lebensmittel können leicht in die Atemwege gelangen und eine Erstickungsgefahr darstellen.
Rohe tierische Lebensmittel
Rohes Ei, rohes Fleisch und roher Fisch sind für Säuglinge problematisch. Tierische Lebensmittel sollten entsprechend sicher zubereitet werden.
Stark gesalzene Lebensmittel
Babys benötigen keine stark gewürzten oder stark gesalzenen Speisen. Fertiggerichte, Chips und ähnliche Produkte sind daher nicht für die Ernährung im ersten Lebensjahr geeignet.
Zuckerreiche Lebensmittel
Süßigkeiten, gezuckerte Getränke und stark zuckerhaltige Produkte sind für die Beikost nicht erforderlich.
Beikostplan 2026 als Monatsübersicht
| Zeitraum | Schwerpunkt | Beispiele |
|---|---|---|
| 0–4 Monate | Milch | Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung |
| 5. Monat | Beikoststart je nach Reife | Gemüse |
| 5.–6. Monat | Erste vollständige Mahlzeit | Gemüse + Kartoffel + Fleisch/Fisch |
| 6.–7. Monat | Zweite Mahlzeit | Milch + Getreide |
| 7.–8. Monat | Dritte Mahlzeit | Getreide + Obst |
| 7.–9. Monat | Vielfalt erweitern | Ei, Fisch, weitere Getreide- und Gemüsesorten |
| 8.–10. Monat | Konsistenz verändern | Weiche Stücke, Fingerfood |
| 9.–11. Monat | Familienkost vorbereiten | Brot, Nudeln, Gemüse, Obst |
| 11.–12. Monat | Übergang zur Familienkost | Angepasste Familienmahlzeiten |
Wie viel Beikost sollte ein Baby essen?
Auch bei der Beikost gibt es keine für jedes Kind verbindliche Milliliter- oder Grammzahl. Zu Beginn sind wenige Löffel völlig normal. Die Menge nimmt normalerweise allmählich zu.
Eltern sollten das Baby nicht zum Aufessen zwingen. Hunger- und Sättigungssignale sollten möglichst beachtet werden.
Besonders am Anfang bleibt Milch die wichtigste Nahrungsquelle. Mit zunehmender Beikostmenge verändert sich das Verhältnis zwischen Milch und fester Nahrung allmählich.
Wasser beim Beikoststart
Sobald mehrere Beikostmahlzeiten eingeführt wurden, kann Wasser als Getränk angeboten werden. Ein geeigneter Trinkbecher kann dabei schrittweise eingeführt werden.
Bei ausschließlich gestillten Babys ist zusätzliches Wasser in der Regel nicht erforderlich. Muttermilch deckt den Flüssigkeitsbedarf ab.
Beikost und Stillen kombinieren
Die Einführung von Beikost bedeutet nicht, dass sofort abgestillt werden muss. Muttermilch kann auch nach dem Beikoststart weiterhin angeboten werden.
Auch bei Babys, die Säuglingsanfangsnahrung erhalten, wird die Milchversorgung nicht abrupt beendet. Beikost wird schrittweise ergänzt.
Die DGE beschreibt das erste Lebensjahr als Übergangsphase von der Milchversorgung über die Beikost hin zur Familienernährung.
Fazit: Beikost Plan Tabelle 2026
Ein Beikostplan kann Eltern helfen, den Überblick zu behalten. Grundsätzlich beginnt die Einführung neuer Lebensmittel im zweiten Lebenshalbjahr schrittweise. Gemüse, Kartoffeln, Fleisch oder Fisch bilden in Deutschland traditionell den Einstieg, gefolgt von Milch-Getreide- und Getreide-Obst-Mahlzeiten.
Bei der Frage nach dem genauen Startzeitpunkt gibt es 2026 unterschiedliche Empfehlungen: „Gesund ins Leben“ nennt weiterhin den Zeitraum zwischen Beginn des fünften und Beginn des siebten Monats, während die neue S3-Leitlinie zur Stilldauer sechs Monate ausschließliches Stillen und Beikost ab dem siebten Lebensmonat empfiehlt.
Entscheidend sind deshalb neben dem Alter vor allem die Beikostreife, das Wachstum und die individuelle Entwicklung des Babys. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Getreide, geeigneten tierischen Lebensmitteln und sicheren Fettquellen kann im Verlauf des ersten Lebensjahres Schritt für Schritt aufgebaut werden.
Bei Frühgeborenen, Gedeihstörungen, Erkrankungen oder einem erhöhten Allergierisiko sollte der individuelle Beikostplan mit Kinderarzt, Kinderärztin oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.