Das Temperament deines Kindes: Warum „Gebrauchsanweisungen“ nie für alle passen

Das Temperament eines Kindes Kleidung reinigen Baby

Hast du dich schon einmal gefragt, warum dein Erstgeborenes stundenlang friedlich mit Bausteinen spielt, während dein zweites Kind innerhalb von fünf Minuten das ganze Wohnzimmer auf den Kopf stellt? Oft suchen wir die Antwort in der Erziehung. Doch die Wissenschaft zeigt: Ein großer Teil davon ist schlichtweg Temperament.

Das Temperament ist die biologische Grundausstattung eines Kindes – quasi die „Werkseinstellung“, mit der es auf die Welt kommt. Es bestimmt, wie ein Kind auf Reize reagiert.

Die 3 Grundtypen des Temperaments

Bereits in den 1950er Jahren teilten Forscher (Thomas & Chess) Kinder in drei Kategorien ein. Welchen Typen erkennst du bei dir zu Hause wieder?

  1. Das „einfache“ Kind (ca. 40 %): Es ist meist gut gelaunt, passt sich schnell an neue Situationen an und hat regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten.

  2. Das „stürmische“ oder herausfordernde Kind (ca. 10 %): Es reagiert intensiv auf Reize (lautes Lachen, aber auch lautes Weinen), braucht lange, um sich an Neues zu gewöhnen, und hat oft unregelmäßige Rhythmen.

  3. Das „langsam auftauende“ Kind (ca. 15 %): Es ist eher zurückhaltend und beobachtet erst einmal aus der Ferne. Es braucht Zeit und Geduld, um in einer neuen Umgebung warm zu werden.(Hinweis: Der Rest der Kinder zeigt Mischformen dieser Typen.)

Die 9 Dimensionen des Temperaments

Um dein Kind wirklich zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Details. Das Temperament setzt sich aus verschiedenen Reglern zusammen, die bei jedem Kind anders eingestellt sind:

  • Aktivitätsniveau: Ist das Kind ständig in Bewegung oder eher ruhig?

  • Anpassungsfähigkeit: Wie schnell kommt es mit Planänderungen klar?

  • Reizschwelle: Wie empfindlich reagiert es auf Licht, Lärm oder kratzige Kleidung?

  • Stimmungslage: Ist die Grundtendenz eher fröhlich oder ernst?

  • Ablenkbarkeit: Lässt sich das Kind leicht von einer Aufgabe abbringen?

Das Geheimnis: Die „Passgenauigkeit“ (Goodness of Fit)

Der wichtigste Punkt für uns Eltern ist nicht das Temperament an sich, sondern die Passgenauigkeit. Stress entsteht meist dann, wenn das Temperament des Kindes und die Erwartungen der Eltern (oder deren eigenes Temperament) aufeinanderprallen.

Ein sehr aktives Elternteil könnte ein „langsam auftauendes“ Kind unbewusst überfordern. Ein Ruhe liebender Elternteil könnte durch ein „stürmisches“ Kind schneller an seine Grenzen stoßen.

Was du tun kannst:

  • Akzeptanz statt Änderung: Versuche nicht, das Temperament deines Kindes zu brechen. Ein introvertiertes Kind wird nie die „Rampensau“ der Party – und das ist völlig okay.

  • Die Umgebung anpassen: Wenn du weißt, dass dein Kind eine niedrige Reizschwelle hat, plane Pausen bei Familienfeiern ein.

  • Stärken sehen: Ein „schwieriges“ Kind hat oft eine enorme Willenskraft und Leidenschaft – Qualitäten, die im späteren Leben extrem wertvoll sein können.


Fazit

Wenn wir verstehen, dass das Verhalten unseres Kindes kein persönlicher Angriff oder ein Erziehungsfehler ist, sondern ein biologisches Programm, wird der Alltag leichter. Wir hören auf zu kämpfen und fangen an zu begleiten.

Welches Temperaments-Merkmal ist bei deinem Kind am stärksten ausgeprägt? Lass uns in den Kommentaren darüber austauschen!


Tipps für deinen Blog:

  • Interaktives Element: Erstelle eine kleine Umfrage: „Welcher Temperamentstyp ist dein Kind?“

  • Zusatz-Info: Du könntest erwähnen, dass Temperament stabil ist, sich die Art und Weise, wie ein Kind damit umgeht, aber durch unsere Hilfe (Co-Regulation) verändert.

Möchtest du, dass ich dir zu diesem Post eine Liste mit kurzen Tipps erstelle, wie Eltern mit den verschiedenen Temperamentstypen im Alltag besser umgehen können?

Nach oben scrollen